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Welches ist die perfekte Kamera für die Konzertfotografie?

Immer wieder Mal habe ich die Gelegenheit im Groove Club als Haus-Fotograf an Konzerten auszuhelfen. Dieses mal hatte ich die Z6 und die D850 im Gepäck. Auf der kleinen Bühne standen die acht Musiker der Freiburger Band Fatcat. Die Situation mit 8 Musikern, bei relativ sehr dunkeln Lichtverhältnissen in diesem Club, mit einer ganz kleinen Bühne, stellt für sich schon eine ganz spezielle Herausforderung dar finde ich.


PS: Der Funk'ige Sound der Band bleibt einem noch Tage in den Ohren.


Zeit für ein Fazit: Z6 oder D850 für die Konzertfotografie

So war ich dieses Mal speziell gespannt, wie sich die beiden Kameras vor Ort mit den schlechten Lichtverhältnissen schlagen werden. Die leichte Z6 liegt einfach sehr gut in der Hand und es macht mir immer wieder Spass mit dieser Kamera kreativ zu sein. Die D850 ist ein Präzisionstier und ebenfalls eine super Kamera. Die Bilder die sie macht, sind einfach berauschend gut, bis ins letzte Detail. Aufgrund der hohen Auflösung lohnt es sich bei ihr immer mit etwas kürzeren Verschlusszeiten zu fotografieren, aber darüber habt ihr sicher auch schon vieles gelesen.

Nikon D850, 70-200mm (170mm) f2.8 , 1/125sec. f2.8, ISO3200


Welche Kamera eignet sich für die Konzertfotografie

Während des Konzertes zeigte die Z6 klare Vorteile gegenüber der D850. Der Augenfokus, und ich hatte noch nicht mal das aktuellste Update installiert, ist bei einer solchen Gelegenheit einfach der Knaller. Wenn die Kamera ein Auge findet, und die Kamera auf kontinuierlicher Autofokus eingestellt ist, ist es eine grosse Freude mit der Kamera zu arbeiten. Der Autofokus nagelt sich am Auge fest und du hast die Möglichkeit gleichzeitig den passenden, kreativen Ausschnitt zu wählen. Nur wenn dieser mal das Auge verliert, gibt es etwas stress hinter der Kamera, denn dann muss kurz von Hand eingegriffen werden. Mit der OK Taste lässt sich dann aber rasch ein neuer Fokusbereich auswählen und weiter geht's. Soll es von dort wieder auf Automatik Fokus zurück gehen, lässt sich dies mit der "Minus Taster der Lupe" wieder zurücksetzen. Diese Taste muss aber etwas gesucht werden und braucht noch etwas Training. Evtl. finde ich mal noch eine passende Funktionstaste für diese beiden Funktionen. Aber die meisten sind bei mir schon für anderes belegt.


Grundeinstellung

Beide Kameras sind bei mir im "Manuell- Modus" (Blende und Zeit wählen) eingestellt. Dafür arbeitete ich mit der ISO Automatik. Diese Einstellung ist super cool, und ich bin Aufgrund eines Workshops zum Thema Sportfotografie am Lauberhorn mit Rainer Eder auf diese Art der Einstellung gekommen. Mit dieser Einstellung habe ich volle Kontrolle über die beiden wichtigsten Parameter, und die korrekte Belichtung organisiert die ISO-Automatik. Eingestellt habe ich diese auf max. 3200. Sollte es dennoch zu dunkel sein. Lässt sich das meistens in Lightroom noch korrigieren. Alle Bilder sind sowieso in NEF (RAW) aufgenommen.


Nikon Z6, 85mm f1.8 , 1/200sec. f2.8, ISO3200


Ein weiterer sehr grosser Vorteil der Z6 ist der grüne (gelb bei Augenfokus) Fokuspunkt der Z6. Der schwarz/rote der D850 war an diesem Abend kaum zu erkennen, da auf der Bühne "gefühlt" hauptsächlich rotes Licht angewendet wurde. Neben der Handlichkeit ein weiterer klarer Vorteil für die Z6. Also zwei Z6 wären schon cool, oder ggf. eine Z5 als Zweitkamera ;-)


Nikon Z6, 85mm f1.8, 1/250sec. f2.8, ISO 3200


Nach der Auswahl der definitiven Bilder der beiden Kameras für die Webseite, habe ich noch kurz nachgeschaut von welcher Kamera ich mehr Bilder ausgewählt habe. Ein subjektiver Vergleich.... , aber immerhin eine Möglichkeit die Ausbeute zu vergleichen. Dies ist aber auch immer eine Frage des persönlichen Stiels. Ich zum Beispiel schätze eher Fotos mit "normaler" Perspektive und weniger ganz spezielle Bilder.


Nikon Z6 = 15 Bilder

Nikon D850 = 10 Bilder


Eventuell ein Zufall, aber immerhin eine Tendenz zeigt dieser Vergleich. Dabei hinkt diese Auswertung natürlich ein wenig, denn zu Beginn war auf der D850 das 70-200mm (freue mich schon auf das neue für die Z-Serie) und dann das 20mm f1.8. Dadurch musste ich weniger das Objektiv wechseln und so entstanden natürlich auch unterschiedliche Bilder. Zwei Kameras sind eh cool in solchen Situationen.

  • Mit dem 85mm haben es 12 in die Auswahl geschafft (ein cooles mini Tele in diesem kleinen Club für superscharfe Porträtaufnahmen der Musiker)

  • Mit dem 20mm haben es 7 in die Auswahl geschafft (ideal, wenn die ganze Bühne mit allen Musikern mal drauf sein soll). Wäre schön, dieses Objektiv an der Z6 zu haben (Thema roter Fokuspunkt).

Das Setting der Bühne, die Distanz zur Bühne, das Licht und die Anzahl der Musiker, spielen aber bei der Auswahl der richtigen Linse natürlich die grösste Rolle.


Und das nächste Mal?

Beide Kameras können die Aufgabe eh von Haus aus meistern, das ist gar keine Frage. Für mich hatte die leichte Z6 mit dem Augenfokus dieses mal aber eher mehr Vorteile. Das nächste Mal werde ich mit dem Z24-70, 2.8 und dem 85mm zusammenarbeiten. Ich war sowieso meistens mit Blende 2.8 unterwegs. F1.8, wäre machbar und bezüglich ISO ggf. ein kleiner Vorteil, die Schärfentiefe ist dann aber nur sehr gering, und ich habe deshalb ein sehr grosses Risiko dennoch ein unscharfes Bild zu erhalten, oder eines bei dem der Fokus leicht daneben sitzt.


Es bleibt für mich spannend und ich freue mich schon heute sehr auf das nächste Konzert. Beide Kameras können die Aufgabe eh von Haus aus meistern, das ist gar keine Frage.


Die Z6 bietet für mein Verständnis und meinen Einsatzzweck einige Vorteile für die Konzertfotografie.

Spannend wäre ein Vergleich mit grossen Schwester Z7, welche eine noch höhere Auflösung bei gleicher Funktionalität bietet. Da die Bilder aber "nur" für Web benötigt werden, reicht die Auflösung sowieso, denn zuschneiden muss ich in der Regel nur ganz wenig.


Location: Groove Club Rheinau| Band, Fatcat aus Freiburg im Breisgau

www.wearefatcat.com

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